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Geschichtliches über unsere Kirchgemeinde

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Bis gegen Ende der 1920er Jahre befand sich auf dem Gebiet der heutigen evangelisch- reformierten Kirchgemeinde Paulus und der römisch-katholischen Pfarrei Bruder Klaus der Privatzoo des Bildhauers Urs Eggenschwyler (1849-1923), genannt Eggenschwyler-Zoo. Eggenschwyler hielt in primitiven Käfigen und Gehegen mit teilweise unfertigen Kunstfelsbauten Löwen und Bären, Leoparden, Wölfe, Affen, Adler aber auch Kleintiere. Nach seinem Tode diente das Gelände unter anderem dem Militär als Übernachtungsmöglichkeit auf einem langen Marsch. Die kleine Wirtschaft blieb während vieler Jahre zwischen den beiden Kirchen erhalten, bevor sie dem Pfarreizentrum Bruder Klaus weichen musste. Heute erinnert nur noch ein kleiner Weg in der unmittelbaren Nachbarschaft an den Bildhauer Eggenschwyler.

Nachdem die Kirchgemeinde Unterstrass durch verschiedene neu entstandene Wohnsiedlungen in den 1920er Jahren auf etwa 14 000 Gemeindeglieder angewachsen war, benötigte sie dringend einen weiteren Kirchenraum und ein Gemeindehaus. Nach Vorstellung von Bauherrschaft und Architekt Martin Risch (er bekam den Zuschlag zur Bearbeitung seines im öffentlichen Wettbewerb von 1928 eingereichten Entwurfs) sollte auf dem im Jahr 1927 erworbenen Grundstück von 7620 m2 ein architektonisches Zentrum in Unterstrass erstellt werden, bestehend aus zwei schlichten Baukörpern in grossen Formen, einer weiträumigen Platzanlage und einer breiten Freitreppe.

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Am 21.2.1932 wurde das Projekt nach leidenschaftlichen Diskussionen in einer Volksabstimmung mit 13 497 Ja- und genau 8000 Nein-Stimmen angenommen. Bereits am 15.6.1932 wurde mit dem Aushub begonnen, und am 19.8. folgte die Grundsteinlegung. Rund ein Jahr danach – am 23.9.1933 – erfolgte, unter Mitwirkung von 1500 Kindern, der Glockenaufzug. Das Kirchgemeindehaus konnte am 22.10.1933 eröffnet und die Kirche mit 1200 Plätzen am 14. Januar 1934 eingeweiht werden.
 
Im markanten rechteckigen Kirchturm wurde ein offener Glockenstuhl mit imposantem Geläute geschaffen und zu jeder Seite eine grosse Turmuhr angebracht. Der Turm wurde in armiertem Beton erbaut und mit Muschelsandstein aus Estavayer verkleidet. Daran in gleicher Breite anschliessend entstand der schlichte, mit Verputz versehene Backstein-Kirchenraum mit flachem Satteldach. Der Innenraum ist geprägt vom Gedanken der Ersteller, eine Predigt-Kirche zu schaffen. So sollte ihr Innenraum möglichst rein gestaltet werden mit zentraler Kanzel, dahinter liegend die Sängerempore und Orgel mit farbigem Fenster von Augusto Giacometti dazwischen. Im Turm entstanden zwei übereinander liegende Emporen
 
Die sonst schmucklosen Bauten sollten ergänzt werden durch imposante Statuen, und zwar einerseits beim Eingang zur Kirche (die vier Reformatoren Zwingli, Luther, Calvin und Bullinger) und andererseits als Schwerpunkt der Aussenanlange an der Ecke der Freitreppe bei der Kreuzung Milchbuckstrasse/Scheuchzerstrasse (Freiplastik "Die Bekehrung des Apostels Paulus"). Der Bildhauer Otto Kappeler wurde mittels Wettbewerb mit der Schaffung dieser Plastiken beauftragt.

Die Kirche Paulus gehörte zur Kirchgemeinde Unterstrass. Die Kirche war bis gegen Ende der 1950er Jahre oftmals bis auf den letzten Platz gefüllt, ja, es mussten sogar Notstühle durch den Sigristen organisiert werden. Nachdem die Kirchgemeinde infolge neuer Wohnbauten übergross geworden war, folgte auf den 1. Jan. 1960 hin die Aufteilung des Gemeindegebietes in die drei Kirchgemeinden Unterstrass, Paulus und Matthäus. Die Paulus-Gemeinde wählte am 11. Januar 1960 ihre eigene Kirchenpflege. Damals umfasste die Gemeinde 7140 Mitglieder

Schon bald danach begann der wirtschaftliche Aufschwung in unserem Land und damit ein Wertewandel, in dem das Zusammengehörigkeitsdenken und die Wichtigkeit eines Gemeindezentrums an Bedeutung verloren. Dies führte unter anderem dazu, dass sich die Gemeindeglieder und Kirchgänger von Jahr zu Jahr reduzierten. Per 31.12.2012 zählten wir noch 2064 Kirchenglieder.

Dennoch bleibt der ursprüngliche Gedanke eines Zentrums für Aktivitäten im Quartier aktuell, und dies obwohl die Stadt viele Möglichkeiten von Unterhaltung und Zerstreuung bietet. Das Kirchgemeindezentrum soll nicht nur ein Ort der Stille, sondern auch ein Ort sein, wo Lebenssinn erforscht und der eigene Lebensfreiraum in Gemeinschaft mit anderen Menschen aktiv gestaltet, neue Ideen entwickelt und umgesetzt werden können. Die Zukunft wird uns lehren, ob es den verschiedenen Generationen – zusammen auch mit Neuzugezogenen – gelingen wird, unser Kirchgemeindezentrum als Ort unserer persönlichen Ideale auf- und weiterleben zu lassen.

Für weitere Details siehe Broschüre "50 Jahre Pauluskirche Zürich" (Pestalozzi-Bibliothek)

75 Jahre Pauluskirche
Jubiläum 75 Jahre Pauluskirche Festgottesdienst
 
Evang.-ref. Kirchgemeinde Paulus Milchbuckstrasse 57 8057 Zürich 044 361 27 83 E-mail senden
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